Neue Favoriten in der Champions League

Schon seit rund einem Jahrzehnt gibt die Premier League europaweit mit Abstand am meisten Geld für neue Spieler aus. Der Erfolg der dortigen Vereine ließ dennoch auf sich warten. Erst die vergangene Europapokal-Saison spülte viele der Teams endgültig nach ganz oben. Der FC Liverpool wurde im Spiel gegen Tottenham Champions League Sieger und die Europa League gewann Chelsea London.

Real Madrid und der Neuanfang

In der Uefa Champions League war in den letzten Jahren kein Verein so erfolgreich wie Real Madrid. Ganze drei Mal in Folge konnte das Team aus der spanischen Hauptstadt den Wettbewerb für sich gewinnen. Erst der FC Liverpool mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp brach diese Serie im vergangenen Jahr. Was alle drei erfolgreichen Saisons mit dem Jahr 2014 verbindet, in dem Real ebenfalls gewinnen konnte, ist eine ganz erstaunliche Personalie: Der Portugiese Cristiano Ronaldo, in Madrid zum Superstar avanciert, war in jeder einzelnen Saison der Star des Teams. Er gilt nicht nur als ausgezeichneter Freistoßschütze, sondern auch als exzellenter Techniker. Zudem wird ihm nachgesagt, besonders hart und lange zu trainieren. Nach seinem Abgang steht Real Madrid nun inmitten eines Umbruchs.

Die fragwürdige Transferstrategie des FC Bayern

Der FC Bayern im Sommer 2019: Niederlage im Supercup, nur ein Punkt gegen Hertha in der Liga. Der Verein ist alles andere als erfolgreich in die neue Saison gestartet. Vielen Fans bereitet die Transferpolitik des Sommers bis dato noch große Sorgen. Abgesehen von Lucas Hernandez und Philippe Coutinho fehlen die Namen echter Stars bisher. Vom VfB Stuttgart konnte zumindest noch der Weltmeister Benjamin Pavard verpflichtet werden, von Hamburg kam Fiette Arp. Die ersten beiden Pflichtspiele zeigten nun, dass der Rekordmeister noch nicht so weit ist, wie es die Fans vielleicht erhofften. Fraglich ist auch, ob der Verein in der Champions League bestehen kann, wenn es noch nicht einmal in der schwächeren Bundesliga klappt. Die Zukunft wird zeigen, wohin die Reise geht.

Große Ankündigungen, wenig Taten

Die im Frühjahr noch groß angekündigtenTransfers blieben beim FC Bayern weit unspektakulärer als von der Öffentlichkeit erwartet. Dies umso mehr, als dass der Präsident des Clubs, Uli Hoeneß, zuvor großspurige Ankündigungen gemacht hatte. Sein Satz „Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles unter Vertrag haben“ gegenüber einem Pressevertreter wirkt im Rückblick wie blanker Hohn für die Bayern Fans. Sie können sich zwar auf einen so talentierten Fußballer wie Philippe Coutinho freuen, dieser wurde jedoch nur ausgeliehen anstatt auf ihn zu verzichten. Zugleich hörten mit Rafinha, Arjen Robben und Franck Ribery gleich drei Topstars auf einmal auf, die dem Club in der Zukunft mit Sicherheit sehr fehlen werden.

Wie stehen die Chancen auf einen weiteren Meistertitel?

Viele Beobachter fragen sich, ob die Bayern auch in der kommenden Saison wieder die besten Karten haben, die Meisterschale zu holen. Neben Dortmund werden wohl auch andere Mannschaften wieder voll auf Angriff setzen, darunter RB Leipzig und Bayer Leverkusen. Beide Teams haben sich im Sommer mit neuen Stars verstärkt und bei Leipzig sitzt jetzt sogar mit Julian Nagelsmann ein erfolgreicher Nachwuchstrainer auf der Bank. Für Bayern dürfte es also noch schwerer werden, da sind sich die Experten weitestgehend einig. Andererseits verfügt der Club über eine beträchtliche Anzahl an Weltstars, die ein Spiel in kurzer Zeit entscheiden können.

Und was macht die Konkurrenz?

Interessant zu beobachten wird sein, ob die Konkurrenz die vermeintliche Bayern-Schwäche ausnutzen kann. Abgesehen von der jahrelangen Nummer zwei, Borussia Dortmund, werden auch anderen Teams Ambitionen nachgesagt, darunter Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen. Auch der FC Schalke 04 möchte die verkorkste Vorsaison gerne wieder vergessen machen. Ob das gelingen wird, ist angesichts des dünnen Kaders aber fraglich.

Kreativität Fehlanzeige

Kommen wir zurück zu den Münchnern: Hier ist es vor allem die mangelnde Kreativität der Verantwortlichen, die die Fans geschockt hat. Selten hat man es erlebt, dass Rummenigge und Hoeneß angesichts eines unvermeidlichen Umbruchs so wenig Neues wagten bei den Transfers. Echte Juwelen konnten jedenfalls nicht geholt werden.

Dortmund im Angriffsmodus

Für Borussia Dortmund war die Transferperiode in diesem Sommer auf ganzer Linie erfolgreich. Neben der Rückkehr konnten unter anderem die Verpflichtungen von Nico Scholz, Thorgan Hazard und Julian Brandt klar gemacht werden. Alle drei gehören in der Bundesliga zu den etablierten Leistungsträgern, die bei ihren Vereinen eine tragende Rolle gespielt haben. Dass alle drei nun zu Borussia Dortmund wechselten, darf als großer Erfolg für den Manager des Vereins, Hans Joachim Watzke, gewertet werden. Er hatte den Verein einige Jahre zuvor auch an die Börse gebracht. Heute ist Borussia Dortmund die einzige Aktiengesellschaft unter den deutschen Fußballvereinen.

Prominente Abgänge

Ein weiterer Erfolg der Dortmunder war es, einige der gut bezahlten Bankspieler gewinnbringend zu verkaufen. Abdou Diallo brachte dem Verein mit seinem Wechsel zu Paris Saint Germain ganze 32 Millionen Euro ein. Maximilian Philipp suchte sein Glück in Moskau, was zwanzig Millionen Euro in die Kassen spülte, und auch die formschwachen Alexander Isak, Shinji Kagawa und Andre Schürrle sind jetzt nicht mehr für den BVB aktiv.

Trainer Favre will es noch einmal wissen

Seit Borussia Dortmund von dem Schweizer Lucien Favre trainiert wird, geht es mit dem Verein nur noch aufwärts. Er konnte an Erfolge anknüpfen, die es zuvor nur mit Jürgen Klopp und, mit Abstrichen, in der Zeit von Thomas Tuchel gegeben hatte. Im vergangenen Jahr hätte es sogar beinahe für die deutsche Meisterschaft gereicht. Am Ende verhinderte nur eine teils verkorkste Rückrunde den ganz großen Triumph. Für Favre eine persönliche Niederlage, die er in diesem Jahr unbedingt vermeiden möchte. Entsprechend selbstbewusst und mutiert agierten die Dortmunder dann auch auf dem Transfermarkt. Mit Julian Brand und Thorgan Hazard konnten sie zwei Spieler verpflichten, die auch bei anderen Teams ganz oben auf der Liste gestanden hatten. Die Chancen auf eine gute Saison stehen aber noch aus einem anderen Grund sehr gut: Die Unterstützung der Fans ist bei 80.000 Zuschauern im Signal Iduna Park gewiss.

Bezwingen die Borussen die großen Bayern?

Was im Supercup zum Erstaunen vieler Beobachter gelang, soll jetzt auch in der Liga umgesetzt werden: Zwei Siege gegen den großen FC Bayern München. Oft scheiterten die Dortmunder nur knapp gegen die Münchner und leisteten sich Spiele auf Augenhöhe. Besonders schmerzhaft war sicherlich die Niederlage in Wembley 2013. In dieser Saison sollen nun endlich zwei Siege her.

Eine EM für ganz Europa

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini sorgte mit seiner Idee zu Beginn noch für großes Aufsehen. Dass es nachher doch noch zu einer Umsetzung kam, ist wohl der Hartnäckigkeit des Franzosen zu verdanken. Die Rede ist von der Austragung der EM 2020. Diese findet erstmals nicht in einem einzigen Land oder zwei gemeinsamen Austragungsländern statt, sondern auf dem ganzen Kontinent verstreut. Von Bilbao bis Rumänien wird dann ein großes Fußballfest gefeiert.

Wer gegen wen spielt

Der Spielplan für das Turnier im Jahr 2020 ist noch nicht bekannt und sorgt trotzdem bereits für heftige Spekulationen. Gut möglich, dass es bereits in der Gruppenphase zu atemberaubenden Duellen gibt. Interessant am kommenden Turnier ist, dass allen Länder, die zu den Ausrichtern gehören, ein Heimrecht zugestanden wird. Die Italiener werden ihre Heimspiele also zum Beispiel in Rom austragen, die Engländer in London und die Deutschen in München. Zu den absoluten Top-Spielen dürfte es daher erst in der Hauptrunde kommen. Auch die Platzierung in der Weltrangliste spielt eine Rolle für die Einteilung der Partien. Vermeintlich schwächere Teams werden eher zu den Top-Platzierten gelost. Für die Fans in Deutschland wird es interessant sein zu sehen, ob sich das Team von der schwachen WM 2018 erholen konnte. Dort schied man enttäuschenderweise bereits in der Vorrunde aus.

Worauf sich die deutschen Fans freuen dürfen

Neben mindestens drei Spielen in deutschen Arenen dürfen sich die Fans aus dem eigenen Land noch auf viel mehr freuen bei der EM 2020. Vor allem die Spieler dürften noch viel Spaß machen. Mit Leroy Sane, Kai Havertz und Timo Werner befinden sich einige der talentiertesten, jungen Fußballer des Planeten in den Reihen des DFB.